So, So, So…
Jetzt hab ich es endlich mal geschafft, mich an die Berichte zu setzten. Ein grosses Sorry an alle.
Aber jetzt viel Spass beim lesen.
27August, 2008 um 1:16 (Uncategorized)
So, So, So…
Jetzt hab ich es endlich mal geschafft, mich an die Berichte zu setzten. Ein grosses Sorry an alle.
Aber jetzt viel Spass beim lesen.
27August, 2008 um 12:40 (August 2008)
Donnerstag, 21. August
Frisch geduscht und trotzdem schon wieder komplett durchgeschwitzt. Macht nichts. Bin ja nicht die Einziege hier.
Nach der Arbeit bin ich meistens ziemlich geschafft. Wenn ich los gehe ist es genau die Zeit der Mittagshitze (ca. 14 Uhr) und da ist jede Bewegung eine Überwindung. Endlich im Dala kommt mir dieser fast wie eine Oase vor, was man meistens nicht gerade behaupten kann. Glücklicher Weise ist der Bus an meiner Haltestelle meistens leer, weshalb ich sogar einen Sitzplatz bekommen (auch das ist Luxus!!!). Wenn der Tag es dann noch besser mit einem meint, findet man dann auf dem Weg nach Hause vielleicht sogar noch ein Kaffeeständchen. Und das ist dann wirklich ein übernatürliches Glücksgefühl.
Heute Abend sind wir mit ein paar deutschen Mädels, die für ein paar Monate ein Unibezogenes Praktikum in Dar machen, zum Kino verabredet. Also mal echt Luxus!!! Deutsche Gespräche und englischer Film…muss aber auch mal sein. Das ist zwischen all dem Swahili- und Englischgebrabbel echt angenehm.
Freitag, 22. August
Mtoni-Schule
Freitag fährt ein Teil der Schüler immer ins nahegelegene Stadium zum Sport. Ein kleiner roter, schrottiger Pick-Up, alle Kinder hinten reingequetscht und los geht’s.
Da nicht alle Kinder ins Auto passen, ist der Andrang auf die wenigen Plätze äußerst begehrt. Da wird geschrien und in die Luft gesprungen um die Aufmerksamkeit des Lehrers (Mwalimu, mwalimu. Mimi, mimi./Lehrer, ich, ich) zu erhaschen und die benachbarte Konkurrenz wird mal so eben aus dem Weg gekickt. In der Sporthalle geht das Gestreite gleich weiter: wer darf als erstes Fußball spielen, wer bekommt jetzt den Ball, wer darf jetzt mit „mwalimu Romy“ spielen (manchmal ist ist es echt heftig, wie sie an mir rumzotteln und sich um mich streiten…).
Egal wie groß die Behinderung des Kindes ist, der Spaß an der Bewegung ist riesig! Mit den etwas fitteren werden Ballspiele wie z.B. Fußball, Handball oder Volleyball gespielt. Das bekommen die dann auch ganz gut hin. Beim letzten mal wurden mit dem Rest einfache Renn- oder Ballübungen gemacht. Heute war es leider so, dass viele Kinder einfach so rumgesessen haben, während die paar wenigen gespielt haben. Und das obwohl es wahrlich genug Lehrer gab. Diese sitzen aber auch gern mal rum, oder haben selber soviel Freude am Ballspiel, dass sie vergessen, warum sie eigentlich da sind. Das ist kein Absicht und auch garnicht böse gemeint. Ist nur so’ne typische tansanische Eigenschaft: das Rumsitzen. Und dann habe ich das Gefühl, dass es da auch einfach noch am Bildungssystem scheitert. Die Lehrer kommen einfach nicht auf die Idee, dass ja auch zwei Kindergruppen gleichzeitig beschäftigt werden können. Das merke ich auch immer wieder beim Singen auf dem Schulhof. Da wäre es auch viel einfacher für das Personal und viel schöner und auch effektiver für die Schüler wenn man die Gruppe einfach teilen würde. Stattdessen schreien sie lieber irgendwann rum, weil sie die Kids nicht mehr ruhig bekommen.
Heute habe ich mir dann einfach ein paar Einzelne geschnappt. Die meisten von denen haben schon große Schwierigkeiten einen Ball zu fangen, geschweigedenn sich gegen die anderen durch zusetzen um ihn überhaupt zu bekommen. Doch sie freuen sich riesig, wenn man mit ihnen spielt und wenn sie dann auch noch den Ball fangen, kriegen sie sich garnicht mehr ein. So einfach und vielleicht auch eintönig das für mich dann sein kann, so viel Spaß macht es sich mit den kleinen Rackern zu freuen.
Wenn ich in der Schule aus dem Unterricht komme und es noch kurz Zeit bis zum Essen ist, gehe ich meistens in die Küche und suche mir dort irgendeine Arbeit. Das ist eine gute Abwechslung. Es geht einfach nicht, dass den ganzen Tag irgendwelche Kinder an einem rumzerren und einem ins Ohr schreien. Da brauch man auch mal eine Pause. In der Küche kann ich dann helfen, das Mittagessen vorzubereiten und ein bisschen mit den Mamas da quatschen. Das stelle ich mir am Lehrerberuf auch echt schwierig vor. Den ganzen Tag muss man zur Verfügung stehen. Auch in anderen Berufen. Immer die gleiche Tätigkeit. Das sollte so organisiert sein, dass man da ein bisschen hin und herspringen kann. Da ist man irgendwann nicht so ausgebrannt und es ist auch viel angenehmer.
Ok, jetzt Schluss mit dem Theoriescheiß.
In den nächsten Tagen zieht wahrscheinlich Pauls Mum hier aus. Eigentlich wollte sie sich ein Haus kaufen, doch erst mal zieht sie in eine Wohnung nach Sansibar. Abgesehen von den Streitigkeiten zwischendurch, die auch ziemlich laut geworden sind, haben wir uns mit der echt gut verstanden. Die Frau ist wirklich sehr gesprächig! Für mich sogar manchmal ein bisschen zu doll. Doch sie hat echt Ahnung. Hat lange Zeit als Journalistin gearbeitet und gehört sozusagen zur späteren 68er-Generation. Wir hatten also so einige Abende mit Bier und Gesprächen die wirklich geil waren. Man kann gut mit ihr diskutieren! Wenn sie weg ist, ist auch das kleine Zimmer hier frei. Ich habe mir überlegt, dass ich dann dahin umziehe. Im Moment wohne ich ja noch mit Rebecca in dem großen Zimmer mit dem Doppelbett, da das kleine bei unserem Einzug von Johann (Verein) bewohnt wurde. Wir kommen super miteinander klar. Hätte ich nie gedacht, dass ich mir für so lange Zeit ein Zimmer mit jemandem teilen kann.
Trotzdem hatte ich in der letzten Zeit das Bedürfnis mal die Tür hinter mir zu zumachen und nicht gesehen zu werden. Auch ist es dann morgens und abends viel einfacher, da ich meistens früher raus muss und wir abends auch nicht immer zur selben/gleichen (werd ich wohl nie lernen…) schlafen gehen.
Sign-Language
Seit einer Woche mache ich jetzt den Kurs für „Sign-Language“. Der neue Pastor, der jetzt ungefähr genauso lange an der Schule ist wie ich, hatte das Projekt vorgeschlagen, da es an der Schule viele Kinder gibt, die aufgrund ihrer Behinderung nicht richtig sprechen können. Langfristig soll es darum gehen, die Sprache an der Schule einzuführen um somit auch den „sprachlosen“ Kindern die Verständigung zu erleichtern. Im Moment überlege ich gerade, ob das nicht schwierig werden könnte, da viele von den Kindern ja auch Motorikprobleme haben. Außerdem war der Pastor genau einmal mit mir da (beim ersten Mal). Der hat entweder viel zu tun, was durchaus sein kann, oder er ist mal wieder einfach nur Tansanier.
Ich bin von der Idee auf jeden Fall sehr begeistert. Mal angenommen, wir schaffen es tatsächlich in der Schule damit anzufangen, wäre das langfristig gesehen eine super Sache an der ich auch echt Lust hätte mitzuarbeiten. Doch da muss man hier Geduld haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass Sachen mehr versprechen, als sie letztendlich hergeben. Doch ich weiß zumindest von einer anderen Assistentin (es gibt außer den Lehrern noch so einige Assistenten an der Schule, die für’s kochen, putzen und die Beaufsichtigung der Kinder außerhalb des Unterrichts zuständig sind) die den Kurs auch gemacht hat. Na mal sehen, was das wird.
Der Kurs findet in einem Center der Organisation „CHAVITA – Tansania Association Of The Deaf“statt. Mir macht es im Moment auf jeden Fall ziemlich viel Spaß. Nach den ersten paar Malen, nachdem es dann auch thematisch komplexer wurde, hatte ich so meine Schwierigkeiten. Viele der Wörter verstand ich einfach noch nicht. Am Anfang war ja der Pastor noch da und hat mir die Sachen, die ich nicht wusste, bereitwillig übersetzt. Als er nicht mehr da war, wurde es schon ganz schön frustrierend da ich mit meinem Gefrage auch nicht immer unterbrechen und den Unterricht aufhalten wollte. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass die anderen Teilnehmer nicht genervt und auch nicht abgeneigt waren mir zu helfen. Auch der Lehrer fragt jetzt oft nach, ob ich hinterherkomme und die Wörter verstehe. Darin zeigt sich eine sehr angenehme Eigenschaft der Tansanier, von der sich die Deutschen ruhig mal eine Scheibe abschneiden könnten. Sie sind unglaublich hilfsbereit. Auch wenn’s mal länger dauert sind sie nicht genervt und meckern rum, sondern versuchen mit allen ihnen möglichen Mitteln dir zu helfen. So kramen jetzt halt auch alle anderen Mitglieder ihre kleinen Englischsprachkenntnisse herraus und die Sache läuft.
Jetzt haben wir angefangen, kleine Geschichten zu lesen und diese dann anschließend mit den Händen zu erzählen. Dabei habe ich gemerkt, dass das auch mein Swahili enorm weiterbringt. Die Geschichten sind sehr einfach geschrieben und es kommen für mich immer nur einige neue Vokabeln dazu. Da muss man sich zwar mal auf den Hosenboden setzten und ein paar Vokabeln lernen, doch zum Teil lerne ich die auch automatisch durch die Handzeichen und das ständige Wiederholen dieser.
Was mir aber aufgefallen ist, dass die Menschen hier offensichtlich einen großen Hang zum Auswendiglernen haben. Die anderen Teilnehmer sollen z.B. immer die Geschichten dann aus dem Kopf vortragen. Mir wird das gütiger Weise dann immer vorgelesen. Doch den Menschen wird das Auswendiglernen hier auch in der Schule schon reingeprügelt (im wahrsten Sinne des Wortes!). Rebecca und eine andere Freundin die hier beide in Grundschulen arbeiten, haben erzählt, dass die Kinder zum größten Teil nichts aus eigenem Impuls tun können. Weder allein etwas zeichnen, noch anderweitig kreativ sein. Das Problem ist, dass sie das auch garnicht müssen. Die Lehrer verlangen von ihnen nur, dass sie leise sind, alles von der Tafel abschreiben und es schließlich auswendig wissen. Da muss auch nichts angewendet oder umgesetzt werden. Einfach nur rein damit.
Sonntag, 24. August
Es ist wirklich unglaublich, wie laut es an einem Sonntag Morgen hier ist! Entweder ist irgendwo drum herum ein Gottesdienst, oder irgendeine Duka meint, die Sonntagskunden besonders gut anlocken zu können, indem sie sie überschnell aus dem Bett befördert. Doch offensichtlich haben nur wir das Problem. Die Tansanier sind eher die Frühaufsteher. Also eben auch wir. Innerhalb kürzester Zeit sind wir aus den Federn.
Gestern waren wir bei einer Charity-Veranstalltung. Eingeladen waren wir von der Mama unserer Gastfamilie. Wir sind also zusammen dort hin gefahren, haben jedoch den ganzen Tag allein dort verbracht, da die Mama kurzfristig entschieden hatte, jemanden vom Flughafen abholen zu müssen. Die große Attraktion der Veranstaltung war ein Ziegenrennen. Die Einnahmen aus den Wetten wurden dann verschiedenen Projekten und Organisationen (Schulen, Vereine für Gehörlose, Krankenhäuser, etc.) gespendet. Es gab viel High-Society, überteuertes Essen und schicke Hüte. Wir begnügten uns also den Tag über mit Brot, Cola und und ein paar Beobachtungen aus dem Hinterhalt. Trotz der Langeweile war es auch mal interessant, zu sehen, wie so etwas abläuft. Klar kommt da auch extrem viel Geld in die Projekte. Ob sich die reichen Anwesenden damit nun profilieren oder nicht…ich hätte das Geld nicht.
Leider nahm der Tag dann ein weniger gutes Ende, da die Mama vergessen hatte uns abzuholen. Als wir uns bei ihr meldeten hieß es dann, sie hätte noch viel zu arbeiten und ob wir nicht ein Taxi nehmen können. Der Tag ist also niemals zu Ende, wenn man es denkt; eine Überraschung gibt es auf jeden Fall immer noch. Nachdem das Taxi dann unsere Geldbeutel gesprengt hatte, fanden wir auf dem Nachhauseweg zumindest noch was anständiges zu Essen. Der Reis, der uns schon fertig gekocht in Plastiktüten in die Hand gedrückt wurde, fand später seine Begleitung in Tomatensauce mit Bananen und Nüssen und war genau das richtige, um uns friedlich zu stimmen.
27August, 2008 um 12:36 (August 2008)
Daressallam, Sonntag, 17. August
Wie geht es euch so. Ich hoffe gut. Natürlich was sonst.
Bei uns sind die Wochenenden eine Mischung aus Aktion und Unternehmung und Gefaulenze. Das ist bei der Hitze auch echt geil. Gestern waren wir den ganzen Tag am Strand. Ein paar deutsche Mädels aus der Stadt, die wir kennen gelernt haben, und die ganze Horde tansanischer Jungs, die uns hier ja nicht mehr von der Pelle rücken. Obwohl ich ja garnicht so ein fanatischer Strandtyp bin, genieße ich das schon ziemlich, einfach mal so rumzuliegen, nichts zu machen, ein bisschen zu quatschen…einfach mal mein ständig arbeitendes Hirn abzustellen. Auch wenn das dieses Wochenende nicht so einfach ist. Mich plagt ein kleines Heimweh. Und da ist das Nichtstun dann doch nicht so gut.Doch ich nehme mir Zeit dafür. Muss auch sein! Ich war ja die ganze Zeit von netten Menschen umgeben, die mich auch verstanden haben und meine Sehnsucht ein bisschen kompensieren konnten. Für solche Zwecke ist es schon ganz geil ein paar Deutsche um sich zu haben.
Abgesehen davon ist mir mal aufgefallen, wie selbstverständlich mittlerweile die Kommunikation in Englisch ist. Mit dem Swahili stoße ich natürlich immer wieder an meine Grenzen. Dadurch laufen viele Gespräche auf Englisch, dass die jungen Leute hier ebenso gut sprechen wie wir. Und, dass das mittlerweile ohne Hemmung und außerordentliche Schwierigkeiten läuft, ist doch was wert. Das mildert ein bisschen die genervten Momente, in denen einem der Swahiliwortschatz so unendlich groß vorkommt.
Morgen geht die Arbeit wieder los. Die dritte Woche. So langsam nervt mich dieses Rumgesitze zwischendurch immer mehr. Einfach, weil ich erkennen muss, dass es irgendwie anscheinend doch normal ist. Andererseits lebe ich mich in der Schule auch immer mehr ein, wodurch sich immer mehr Möglichkeiten ergeben, was man so tun kann. Und zwischendurch merke ich halt auch immer wieder, wie geil es ist, so richtig was mit den Kinder zu machen. Wie erfüllt man hinterher davon ist. Und wie viel Spass diese Arbeit eigentlich machen kann. Doch es wird sich alles zeigen!
Was mich mittlerweile voll nervt, ist die geringe Sachenauswahl. Bis jetzt ging es absolut, doch mittlerweile würde ich schon gerne mal wieder was anderes anziehen. Wahrscheinlich werden wir demnächst einfach mal losstiefeln und ein bisschen was einshoppen. Vielleicht ein tansanisches Mädel mitnehmen und uns ein bisschen was zeigen lassen.
Ansonsten geht es mir wirklich sehr gut und der Laden läuft. Esst mal was schönes für mich. Am besten einfach nur ne geile Käsestulle. Das vermiss ich nämlich am meisten.
Seid ganz lieb gegrüßt, von eurer weit entfernten Romy
Bis bald, und gehabts euch wohl (son Quatsch)
27August, 2008 um 12:33 (August 2008)
Donnerstag, 07. August, 16:52
Inzwischen ist es sogar ziemlich warm hier. Um die Mittagszeit, wenn ich mit dem Bus von der Schule nach Hause fahre, läuft das Wasser. Und eben habe ich Wäsche gewaschen und das ist ohne Ventilator echt nicht vorstellbar (obwohl es wahrscheinlich auch ohne gehen würde/müsste).
Heute hatte wir in der Schule Sport. Die Kinder sind wirklich unglaublich bewegungsfreudig. Vor allem streiten sie sich darum, wer mit mir was machen darf. Und mir fehlen leider immer noch so viele Wörter. Das kann auf Dauer echt nervig sein (aber morgen ist frei und da werde ich erst mal noch mal ne dicke Lektion Swahili machen). Außerdem war ich viel schneller k.o als die Kinder…so früh am Morgen…da bin ich ja immer gerne ein bisschen muffelig. Aber die Kinder heizen einem ordentlich ein, da ist kein Platz für deutsche Muffelliesen.
Jetzt bekommen wir erst mal noch WG Zuwachs. Von Paul die Mutter kommt für eine Woche (glaub ich) und wird das kleine Zimmer bei uns nehmen. Freu mich schon drauf, wird bestimmt lustig.
Freitag, 08. August
Unsere neue Mitbewohnerin ist sehr nett. Aber eine absolute Plappertasche. Das ist echt der Wahnsinn. Wird bestimmt noch interessant.
27August, 2008 um 12:32 (August 2008)
Donnerstag, 07. August
Hi ihr Lieben,
Jetzt hab ich endlich mal Zeit, euch mal wieder zu schreiben. Eigentlich wollte ich gerade laufen gehen, aber auf dem Unisportplatz ist irgendeine Veranstalltung und da hatte sich das eben wieder erledigt. Aber das nehm’ ich dann eben mal ganz tansanisch: polepole (ganz langsam)!
Ich erzeahl einfach mal was!
Tod
Hier wird man ganz anders mit dem Tod konfrontiert als bei uns in Deutschland. Ein Mädel zB, dass wir kennen gelernt haben, hat uns per SMS geschrieben, dass ihr Onkel gerade gestorben ist. Einfach so. Wir waren schon ein bisschen geschockt. Aber Paul, der daneben saß, meinte gleich, dass sowas hier ganz normal sei. Ein bisschen heftig ist das schon, zumal wir sie ja garnicht so gut kennen. Andererseits wird dieses Thema ja bei uns schon ganz schön unter den Tisch gefegt und das finde ich auch nicht richtig.
Mit den Menschen hier wird es immer komischer. Der kulturelle Unterschied ist wirklich voll groß. Da gibt es dann erst mal viel zu erfahren. Und da darf man halt nicht den langen Atem verlieren. Aber das ist noch so eine Sache für sich. Die erzähl ich euch mal extra. Im allgemeinen haben wir sowieso schon festgestellt, dass wir zwar viel über Afrika vorher wussten, aber unser Bild doch sehr naiv war. Klar, wie sollte es auch anders sein. Aber ist schon krass festzustellen.
Auf jeden Fall bekommen wir jetzt Neuzuwachs in unserer WG. Von Paul die Mum kommt für eine Weile hier her und bekommt erst mal Unterkunft. Ist es ja erst mal ne geile Sache. Freue mich auf jeden Fall drauf.
27August, 2008 um 12:31 (August 2008)
Sonntag, 03. August, 00:31
Bei mir läuft im Moment eigentlich alles nach Plan!
Abgesehen davon, dass mich total nervt, dass man (oder ich) hier nicht so richtig was schaffe.
Das liegt einerseits an dem tansanischen Zeitempfinden, wodurch viele Sachen einfach mal länger dauern. Wir haben einen ganzen Nachmittag damit verbracht, in unserem Viertel nach einem Internetcafe zu suchen. Alle meinten immer: ja, da vorne ist eins, der eine meinte an der nächsten Ecke links lang, der nächste sagt dir nächste Ecke rechts. Und sollte man es dann doch finden, heißt es immer nur: hamna/gibts nicht. Diese Sache kann an sich ganz spaßig sein, wenn man irgendwann noch Erfolg hat. Ansonsten finde ich es schon ganz schön frustrierend…
Aber die Meckerei hat noch nicht ganz ein Ende. Ich komme nämlich im Moment nicht an mein Geld ran. Ich glaube ich habe beim letzten Geldabholen den Internetbanking-Pin mit dem normalen vertauscht und jetzt ist glaube ich meine Karte gesperrt. Jetzt muss ich erstmal in Deutschland anrufen, was die da machen können. Und das kann dauern, bis ich hier was anständiges zum telefonieren gefunden habe. Und die in der Barkleys haben irgendwie auch keinen Plan. Seit einer Woche habe ich also kein Geld mehr und muss mir immer was von Rebecca leihen. So langsam nervt das echt.
Ohne Geld kann ich nicht ins Internetcafe, kann keine Briefe abschicken, kein Essen kaufen und keinen Bus bezahlen. Aber das wird schon.
27August, 2008 um 12:30 (Juli 2008)
Donnerstag, 31. Juli
Jetzt habe ich lange nichts von mir hören lassen. Der Luxus des häuslichen Internets ist jetzt vorbei. Fortan müssen wir zum Internetcafe in die Stadt. Aber auch das wird gehen!
Die Jungs von Kawaida sind jetzt abgereist. Es war eine schöne Zeit, vor allem waren wir schon sehr froh, sie für die Anfangszeit dabei zu haben. Aber wir sind doch auch ganz froh, die Wohnung jetzt für uns zu haben.
Heute sind wir von unserem „kleinen Sansibarurlaub“ zurück gekommen. Die Fähre ist über Nacht gefahren. Wir haben kaum ein Auge zu gemacht. Rebecca schläft also gerade erstmal und ich warte eigentlich auf heißes Wasser, um meine Wäsche zu waschen. Ist im Moment, und ich glaube, dass es auch so bleiben wird, noch eine Handarbeit. Bei Hitze ist das ganz schön schweißtreibend und Blasen gibt es auch an den Fingern, aber es ist eine Arbeit zum Abschalten und Auspauern. Nur die Handtücher und Jeans (habe ja auch eh nur eine mit) geben wir der Familie zum waschen.
Am Freitag, also morgen, fängt auch der Alltag für uns an. Endlich geht’s in die Einrichtungen. Da war der kleine Abstecher, raus aus der Stadt, doch noch mal ganz gut. Schließlich sind wir ja, außer an den Wochenenden, jetzt vorläufig hier festgenagelt.
Nach Sansibar fahren regelmäßig Fähren verschiedener Preisklassen.
…jetzt gerade habe ich heißes Wasser; das muss ich nutzen! Bis gleich!…
…und jetzt ist gerade der Strom ausgefallen…also erst mal kein heißes Wasser mehr…muss auch so gehen!…
Wir hatten uns zwar sagen lassen, welche die Günstige ist, aber das half nicht viel. Erstens waren wir schon zu spät und zweitens stürzten sich sofort einige Männer auf uns, sobald wir den Hafen erreichten. Wir konnten weder in Ruhe gucken, noch auch nur eine Minute nachdenken. Jeder von denen wollte uns das Günstigste und Beste verkaufen. Da wir echt spät dran waren, war unsere Entscheidung mehr oder weniger freiwillig und auch sehr hastig getroffen. Natürlich wurden wir total verarscht (gehandelt wird echt überall) und haben viel mehr bezahlt, als erwartet.
Doch auf dem Schiff waren alle Sorgen schon wieder vergessen. Den Gedanken verdrängend, die Fähre könnte jeder Zeit den Geist aufgeben (sie ist wirklich fast auseinandergefallen) genossen wir die 4Stündige Überfahrt auf ganz tansanische Art, während das Schnellboot uns gleich zweimal überholte!
Während der Überfahrt wurde deutlich, wie unglaublich gesellschaftsfreudig die Menschen hier sind. In der ersten Zeit blieb so ziemlich jeder für sich. Doch am Ende sah man überall die Leute zusammen stehen, sich unterhalten, lachen. Man braucht einfach nur seinen Nachbar ansprechen und braucht für den Rest der Fahrt kein Buch mehr.
Den Abend genossen wir in Stone Town (der Hauptstadt von Sansibar). Unsere Unterkunft war bescheiden aber total süß: auf dem Dach des Hauses (konnten über die ganze Stadt gucken). Der arabische Einfluss war schon ganz schön beeindruckend: die Architektur, die Menschen, das Essen, es ist noch mal eine ganz andere Welt als Daressalaam. Total geil. Nur leider total von Touristen überlaufen! Dem entkamen wir, als wir am nächsten Tag mit dem Daladala (Bus) an der Küste entlang zu einem Dorf direkt am Meer fuhren. Neben den Passagieren wurden auch jegliche Art von Möbeln und „Haustieren“ (lebendig und nicht) transportiert, was die Sache zu einer lustigen Angelegenheit machte und die 2h Fahrt überbrückte.
Und somit lernten wir dann auch das tansanische Dorfleben kennen. Außer eine paar Unterkünften für Reisende, bestand der Rest der Behausungen aus Lehmhütten, vor denen Frauen Gemüse verkauften und Kinder im Staub spielten. Unser Zimmer lag direkt am Meer. Und der Strand übertraf alles, was ich in meinem Leben bisher gesehen habe!
Das Essen in dem Hostel war furchtbar teuer, doch sobald es Abend wurde hatte aller Hunger ein Ende. Wir brauchten nur einmal die Dorfstraße rauf und runter gehen und waren eingedeckt mit Köstlichkeiten. Kinder die Körbe mit Brot, Mandazi (Fettgebäck) und gebratenem Fisch auf dem Kopf trugen. An der nächsten Ecke Frauen, die im Licht einer Petroleumlampe Brot, Chapati und vieles mehr anboten. Noch ein Stück weiter bekamen wir Reis und Bohnen (für umgerechnete 60 Cent). Die Einheimischen haben sich mächtig gewundert, das da zwei Touris mit ihnen auf der Straßenkante sitzen und Reis mit Fingern essen. Aber sie haben sich auch total gefreut, als sie bemerkt haben, dass wir ein bisschen Swahili sprechen. Doch mehr als ein bisschen Geplänkel lassen unsere Sprachkenntnisse dann doch nicht zu. Spätestens als wir von einem Mann eine Heiratsanfrage bekamen, haben wir uns verdrückt.
Später folgten wir noch einer Einladung auf Lagerfeuer und nochmal Essen. Wir saßen inmitten von Menschen die wir nicht verstanden, die uns nötigten zu essen (es wäre unhöflich gewesen, dies abzuweisen), ziemlich viel kifften (entweder trifft man die absoluten Macho-HipHopper, oder pausenlos kiffende Rastas) und schließlich auch noch magere Englischkenntnisse hervorkramten (sofern der Zustand dies zuließ).
Das Frühstück am nächsten Morgen konnten wir leider nicht mehr so genießen, da sich unser Magen bemerkbar machte, der offensichtlich das Dorfessen nicht vertrug (laut Berichterstattung wird außerhalb der Stadt mit Motoröl frittiert…hätten wir auch gern vorher gewusst).
Am nächsten Tag zurück in Stone Town, war das Übel aber wieder vergessen. Den arabischen Köstlichkeiten an jeder Ecke konnten wir dann doch nicht widerstehen.
Neben den vielen Touries in Sansibars Hauptstadt trifft man auch relativ häufig auf andere Freiwillige mit amerikanischem, kanadischem oder sogar mehrmals deutschem Ursprung. Wir genießen diese Abwechslung: keine Sprachhindernisse und viele Erfahrungsberichte, die uns zeigen, dass wir nicht allein sind mit unseren Gewöhnungsschwierigkeiten.
Die Fahrt zurück nach Dar beschert uns eine Nacht auf dem Wasser. Somit kommen wir völlig übermüdet zurück in „unsere Heimat“ und verlaufen uns erstmal so richtig auf der Suche nach der Busstation (und das morgens um 5:30!). Doch der Anblick der langsam erwachendem Stadt und der Gedanke an unsere kleine Wohnung entschädigt dies. Als wir endlich, nach nochmals zwei Stunden „safari“ in unsere kleine, staubige doch mittlerweile vertraute (was uns erstmals in diesem Moment bewusst wird) Straße einbiegen, wird uns bewusst, dass wir schon einen ganzen Monat hier sind. Der Hof und das Haus sind nicht mehr nur eine kurzfristige Unterkunft, sondern ein Zuhause geworden. Wiedereinmal wird uns für eine hundertstel Sekunde bewusst, dass wir ein ganzes Jahr hier sind. Das stimmt uns einerseits ein bisschen melancholisch doch andererseits überwältigt uns das Gefühl in dieser immer noch sehr fremden Welt ein Zuhause zu haben. Da ist man gleich einmal mehr angekommen.
Nach einem freundlichen Willkommen von unseren Gasteltern war die Wiederkommensfreude jedoch gleich vorbei. Die „Vereinsjungs“ waren abgereist (was uns mittlerweile sehr recht ist). Doch sie haben einen heftigen Saustall hinterlassen! Wir waren so fertig, als wir das gesehen haben. Ich bin da ja eigentlich nicht zimperlich, doch das war echt der Hammer. Wurde auf jeden Fall eine schöne Putzaktion! Doch jetzt fühlen wir uns wie im Himmel.
27August, 2008 um 12:26 (Juli 2008)
23. Juli
Morgen werden wir wohl noch mal in unseren Einrichtungen vorbeischauen. So ein bisschen zur Einarbeitung meinte Johann. Keine Ahnung, was das bringen soll. Nur ein Tag und dann ist ja danach wieder ein bisschen Zeit bis August.
Diese Woche steigt hier ne riesen Hochzeit. Rebecca und ich freuen uns schon wahnsinnig darauf, dass mal erleben zu können!
Die ganze Familie ist schon total aus dem Häuschen. Heute Abend ist erst mal die „kitchen-party“. Da sind nur Frauen zugelassen. und dann wird (ja so genau weiß ich das ja noch gar nicht) wahrscheinlich viel gelacht und gegackert und (hab ich mir sagen lassen) über die Ehe und so gesprochen. Die Alten erzählen es den Jungen. Also Generationsübergreifend. Ist schon geil irgendwie. Und am Donnerstag ist dann die „send-off“-party. Die wird von der Familie der Braut ausgerichtet. Wir haben schon Einladungskarten bekommen. Und obwohl diese Party kleiner als die eigentliche Hochzeit ist, sind ungefähr 300 Gäste geladen. Das wird ein riesiges Ding. echt geil.
Und am Samstag ist dann die eigentliche Hochzeit (von der Familie des Bräutigams ausgerichtet). also noch ordentlich Mucke die Woche…
27August, 2008 um 12:25 (Juli 2008)
Hi meine Lieben,
so jetzt melde ich mich endlich mal bei euch. Ich weiß, viel zu spät, aber ich komme hier wirklich zu gar nichts. Erstens ist voll viel zu tun und zweitens dauert hier alles, was man macht um einiges länger als in Deutschland.
Obwohl ich erst eine Woche hier bin, kommt es mir schon wie eine Ewigkeit vor und mir scheint, dass unser Abschied schon wahnsinnig lange her ist. Ich war froh, dass letztendlich alles so schnell ging, denn eure Tränen haben mir fast das Herz gebrochen und das meine ich ernst. Vielen, vielen Dank noch mal für die lieben Geschenke und die netten Stunden am Flughafen. Ich habe es sehr genossen und mich voll gefreut.
Besonders die ersten Tage war es echt schlimm mit dem Heimweh (ja, ja die Romy), aber jetzt ist es gut. Mittlerweile haben Rebecca und ich uns hier auch schon so richtig eingelebt. Das Haus ist echt der Wahnsinn. 3/4 gehört der Gastfamilie und 1/4 uns. Drei große Zimmer + Badezimmer und Küche. Echter Luxus. Aber es ist auch ein gutes Gefühl eine gemütliches Heim zu haben, bei all dem Fremden um uns herum. Seit wir am Wochenende hier so richtig „klar Schiff“ gemacht haben fühlt es sich auch langsam so an, als würden wir nicht nur Urlaub machen, sondern … aber das Jahr will mir trotzdem noch nicht in den Kopf. Im Prinzip können wir hier schalten und walten wie wir wollen. Da einer der Kawaida-Jungs im Moment noch hier wohnt hat das ganze so einen WG-Charakter und das ist sehr geil!
Außerdem ist man hier so gut wie nie allein. Immerzu schneit irgendwer rein. Die Jungs waren ja schon oft hier und kennen ne Menge Leute. Die sind alle echt super nett. Neben den ganzen Erkundungsgängen (im Moment laufen wir den Jungs noch ganz schön hinterher; sie zeigen uns halt alles und das ist auch erst mal gut so; alles furchtbar chaotisch hier) sind wir auch viel mit denen unterwegs. Ein bisschen anstrengend ist, dass man hier ständig von irgendwem angelabert wird!!
Die Abende sind meist lang, das Bier ist gut (womit ich garnicht gerechnet hätte
).
Nur an die Clubs muss ich mich, glaub ich, erst noch gewöhnen. Einerseits sind Mädels da sowieso rar, andererseits ist das auch verständlich, da man keinen Schritt tun kann ohne angelabert, begafft oder im schlimmsten Falle begrabscht zu werden (alles wahrscheinlich nicht böse gemeint, zumindest meistens, ist einfach ne andere Kultur??). Am Anfang haben wir noch getanzt, aber irgendwann war es mir dann zu viel!
Doch im Moment hält sich unsere Power eh in Grenzen. Rebecca hat angefangen und jetzt liegen wir alle der Reihe nach lang. Die ganze Mucke: Halsschmerzen, Fieber, Schnupfen, etc. Ich bin im Allgemeinen noch ganz gut weggekommen. Doch folglich sind die Tage gerade eher ruhig. Was nicht heißt, dass es langweilig wird: Jeder Gang zur Duka (an jeder Straßenecke gibts so kleine Läden in denen man so ziemlich alles kaufen kann, was man so im Alltag braucht) ist eine Herrausforderung, doch unser Kiswahili wird von Tag zu Tag besser; nur in sehr kleinen Schritten, aber es macht wahnsinnig viel Spaß.Außerdem steht man ständig unter Strom, da es immer was Neues zu bewältigen gibt. Vielleicht auch daher die Krankheit. Innerlich kommen wir halt nicht so richtig zur Ruhe.
Es gibt einfach zu viel zu erzählen und vieles muss auch erst mal verarbeitet werden.
Aber jetzt erst mal zum Essen (was sonst
… ). Zum Frühstück gibt es hier hauptsächlich so Fettgebäck. Einmal Fladen (Chapati) aus Mehl, Wasser und Salz, in Fett gebraten und so was ähnliches wie Quarkkeulchen, nur ohne Quark. Alles sehr geil, aber auch sehr schwer und fettig, wenn man Brötchen und Cornflakes gewohnt ist. Dazu gibts Erdnussbutter (aus lokaler Produktion), die ist einfach der Wahnsinn, und auch Marmelade. Ansonsten gibt es hier alles mögliche an Früchten. Nicht zu vergleichen mit dem Zeug, dass man bei uns zu kaufen bekommt. Viel, viel besser!!! Und auch eine gute/frische Abwechslung. Den Rest des Tages gibt es ziemlich viel Reis und Maisbrei. Meistens mit Bohnen, Kraut oder auch allem nur Erdenklichen an Fleisch und Fisch (von dem ich mich aber im Moment noch fern halte). Kochbananen sind auch sehr geil. Und das Beste überhaupt: die essen alles mit den Fingern. Meistens wird damit noch so richtig rumgemanscht, aus dem Maisbrei werden in der Handfläche kleinen Kugeln geformt und dann mit der Beilage gefüllt. Ist schon echt geil. Kann garnicht genug davon bekommen. Kaffee gibts nur “Instant” (schreibt man das so? egal!), zu meinem Leid!!!, aber der Tee ist super. Und das Bier ist auch echt in Ordnung (hatte ich glaub ich schon erwähnt…). Wenn die Speisen auch noch so einfach sind, es schmeckt super lecker. Wahrscheinlich schmeckt man bei uns immer garnicht so viel, weil man immer so viel auf einmal und total überwürzt ist.
So, und jetzt nach den Essensbeschreibungen, so ganz nach Romy-Art, was zur Hygiene…im Moment halten wir uns noch strikt an unser “Toilett-Paper”, obwohl das hier unüblich ist…da hält im Allgemeinen die linke Hand für her…aber immer step by step
Aber wir haben fließend Wasser (auch absoluter Luxus hier). Nur kalt, aber nach was anderem verlangts mir bei den Temperaturen auch garnicht. Neulich stand ich unter der Dusche und hatte den ganzen Körper, inklusive Haare, voller Schaum. Hinnzu kam ein Stromausfall, nicht selten hier, und da es Nacht war, wurde die Prozession mit Kerzenlicht fortgeführt. Erkenntnis: nur noch bei Tageslicht duschen! So lernt man halt auch.
Auch gewöhnungsbedürftig ist der Dreck auf den Straßen. Alles ist voller Müll. Eine Abfallentsorgung gibt es nicht. Meistens wird das Zeug einfach verbrannt und dementsprechend riecht es dann auch. Verstärkt wird der Geruch dann noch durch die Hitze. Hinzu kommt der Staub, der wirklich überall und irgendwann auch auf allen Schleimhäuten ist. Wir waren die ersten Tage total heiser. Doch die Menschen hier leben mit und in dem Müll. Überall sind Kinder, an jeder Ecke wird irgendwas verkauft, das Leben spielt sich quasi auf der Straße ab. Man kann den ganzen Tag in der Stadt unterwegs sein und sich komplett ernähren. Zumal die Preise hier echt ein Witz sind. Für eine Portion Reis mit Bohnen bezahlt man im Durchschnitt 600 Shilling, das sind umgerechnet ca. 30 cent. Schon krass irgendwie. Und noch krasser ist, dass man irgendwann anfängt, in diesem Maßstab zu denken. Da sind dann 1000 shilling für die selbe Portion schon viel Geld. Aber das lässt sich dann auch schnell ändern, denn die sind hier alle total “Handelgeil”, in den kleinen Läden gibt es meist keine festen Preise. Nur das ich dafür leider garkein Händchen habe, aber das kommt vielleicht noch.
Mit Rebecca komme ich wirklich sehr gut klar. Wir sind beide sehr verschieden, aber im Moment ergänzen wir uns sehr gut. Sie legt z.B. Viel mehr Wert aufs Saubermachen…mein Bett ist jeden Morgen frisch gemacht
Auch vom Charakter und den Interessen gehen wir sehr auseinander (besonders was die Musik angeht) aber wir sind da beide sehr tolerant und für eine Diskussion immer zu haben. Ich denke, dass wird echt gut laufen!
Ach, und ich kann euch noch von dem super Strand erzählen, an dem ich war. Ein bisschen außerhalb von der Stadt, total ruhig, kaum Menschen, weißer Sand, Palmen, hellblaues Wasser und ein Wetterchen…! Da kam selbst bei mir, dem kleinen Strandmuffelchen, Freude auf. Echt wie im Film. Ich weiß zwar noch nicht, was ich von Rebeccas Vorschlag, da jedes Wochenende hinzufahren, halten soll, aber wir werden sehen.
Auf jeden Fall freue ich mich schon, wenn ich im August anfange zu arbeiten. Bis dahin wird mir dieses Urlaubsgedaller sicher über sein. Aber bis dahin gibts auch noch vieles zu lernen! Und so’ne ruhige Anfangszeit zum Eingewöhnen ist auch echt geil. Gleich am Anfang arbeiten und ich wäre mit Sicherheit total überfordert.
Soweit erstmal. Seid alle ganz lieb gedrückt, eure Romy