Bagamoyo – ‘Leg dein Herz nieder’

noch mal für ein Wochenende hin.

In Bagamoyo angekommen, werden wir erst mal ganz typisch von einer Traube Männer umringt, die uns entweder ein Taxi oder eine Unterkunft anbieten wollen. Wir verbringen auch tatsächlich den ganzen Nachmittag/Abend damit etwas passendes zu finden. Es ist machmal schwierig ein zu schätzen. Entweder man findet die absoluten Luxuspaläste mit den entsprechenden Preisen (die dann sogar erst mal in Dollar und nicht in Shilling angegeben werden, was schon ein Zeichen ist) oder man gerät an die absoluten Löcher, bei denen man lieber nicht wissen will, was in den Betten vorher passiert ist. Unsere Preispsanne lag bei ca. 20/25000 Sh. Das sind dann ca. 10 Euro die Nacht. Das blöde ist nur, dass man auf keinen Fall stehen bleiben sollte und den Eindruck von Hilflosigkeit erwecken sollte, um nicht gleich wieder viele fleißige Helfer anzulocken. Schließlich hatten die Wazungu eine ganze Runde durch die Stadt gemacht, welche sich auch als wesentlich kleiner entpuppte als erwartet.

Zwischendurch mal wieder von Typen „verfolgt“. Die haben uns einfach nur vollgelabert. Doch  es ist so heftig, dass man die Situation immer noch nicht einschätzen kann. Wir waren total abeneigt und wahrscheinlich auch ziemlich unfreundlich.

‘In the end’ ließen wir uns dann doch bequatschen. Es war einfach schon zu dunkel, um noch lange weiter zu suchen. Unsere Leibgarde lotste uns dann schließlich zu einem Hostel. Als wir den Hof betraten sank uns erstmal das Herz in die Hose, da es total dunkel war, das Tor hinter uns zu gemacht wurde und wir mit den ganzen Typen allein waren. Und plötzlich waren da auch wieder die Typen, die uns vorher schon am Strand genervt hatten. Doch dann wurde uns die Besitzerin des Hauses vorgestellt: eine Amerikanerin, eine Weiße. Es ist erschreckend zu sagen, und wir haben darüber auch noch lange disskutiert, doch ganz plötzlich, von einem Moment zum nächsten, fühlten wir uns vollkommen sicher.

Wie viel eine Hautfarbe doch ausmachen kann, wenn man allein unter Fremden ist. Hätte ich selber nie gedacht. Dabei hätte das genauso ein Reinfall sein können. Doch dann hatte die Aufregung ein Ende. Das Hostel war super, die Frau echt nett und wir waren froh, endlich unsere Sachen sicher untergebracht zu haben.

Begossen wurde das ganze anschließend mit Bier in der Dorfkneipe (die Hälfte der Getränke wurden uns vom Nachbartisch ausgegeben; diesmal ohne noch blöde be-quatscht zu werden).

Am nächsten Morgen gab es ein Geburtstagsfrühstück für die Rebecca und eine unerwartete Wendung für den Tagesablauf. Wir hatten überlegt uns Fahhräder auszuleihen um die Stadt zu erkunden. Doch dann kam eines jener typischen Motorbike-Taxis an uns vorbei gerauscht, die für diesem Trip viel geeigneter schienen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, doch die anderen beiden fanden die Bikes wesentlich interessanter. Die „Strandtypen“ vom Vortag machten für uns den Deal. Die Besitzer der Maschienen müssen sich ‘nen Keks gefreut haben über die Kohle, die wir ihnen gegeben haben um die Dinger für einen Tag auszuleihen. Es brauchte ein paar Überredungskünste, um mich auf die Maschiene zu kriegen (mir waren die noch nie geheuer), doch es stelte sich als erstaunlich einfach raus. Da Hanna und ich schon Autofahrerfahrung haben war es für uns weniger ein Problem als für Rebecca.

Dann gings raus aus der Stadt, an der Steilküste entlang auf einem alten Schotterweg. Links unter uns das hellblaue Meer und der weiße Strand. Über uns der strahlende Himmel, nicht eine Wolke und der Wind in unserem Haar. Ich weis, das hört sich super kitschig an, doch es war einfach der Wahnsinn.

Der Ort an sich war wesentlich kleiner als wir gedacht hatten. Total verschlafen. Doch es gibt viele sehr alte arabische und deutsch-kolonialistische Bauten die unglaublich schön verlassen aussehen. Als wir am ersten Abend im Dämmerlich ankamen, waren diese Überbleibsel der deutschen und arabischen Vergangenheit in ein unglaubliches Licht getaucht…dazu die Salzluft und der Wind vom Meer…

Demnächst ist in Bagamoyo ein internationales Musik- und Tanzfestival, welches jedes Jahr stattfindet. Bagamoyo ist berühmt für sein „College of Arts“. Vielleicht fahren wir dann

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